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Psst... seid bitte ein wenig leiser, ich versuche mich zu konzentrieren. Ihr seid hier nämlich in meinem Arbeitszimmer und ich brauche hier absolute Ruhe, damit ich was ordentliches zu stande bringe. Ich bin noch nicht lange in der Nachtschule, deshalb will ich mich besonders anstrengen. Hier findet ihr auf jeden Fall alle meine Hausaufgaben und meine krativen Arbeiten. Ihr könnt euch ruhig setzten, schaut euch alles an, wenn ihr mögt, aber bitte geht vorsichtig mit den Sachen um, oder wollt ihr, dass etwas kaputt geht?!

Meine krativen Arbeiten:

(Alle krativen Arbeiten, die hier aufgelistet sind, enstanden erst nach entstehung dieses Zimmers und sind durch die krativen Energien, die in diesem Zimmer fließen überhaupt erst entstanden.)

Das Glück der Erde
(Eine Kurzgeschichte mit Anspielung an das Lied “Großes Wasser” von Schandmaul)

Langsam gehe ich Schritt für Schritt weiter, weiter auf meinem Weg. Man solle immer einen Fuß vor den anderen setzten haben sie mir gesagt. Man solle nie zurück blicken haben sie auch gesagt. Haben sie Recht? Der Himmel wurde langsam dunkler und sogleich mein Herz immer schwerer. Es fing an zu regnen und die Trauer kroch langsam in mich hinein, aber ich musste stand halten und das tat ich auch. Schweren Herzens ging ich weiter im Regen. Ich hatte kein richtiges Ziel vor Augen, außer meinem Ziel dorthin zu gelangen, wo ich in Ruhe Träumen kann. Manch einer hatte behauptet ich hätte versucht vor der Realität zu fliehen. Das war nicht so, ich konnte durchaus mit der Realität leben, aber trotzdem brauchte ich einen Platz zum Träumen, damit ich in Ruhe mal zu mir selbst gelangen konnte. Ich habe alles zurückgelassen. Kaum einer weiß von meinem Verschwinden und das war auch gut so. Sie hatten sich zwar gewundert, aber ich war damals schon viel zu weit weg, als dass sie mich dann noch hätten aufhalten können. So ging ich immer weiter, ein Fuß vor den anderen setzend, wie es mir gesagt wurde. Ich schaute nach vorne und nicht zurück, wie es mir gesagt wurde und ich fühlte mich im recht mit dem was ich tat. Die Wahrheit über das Leben hatte ich damals nicht gewusst, ich hatte einfach immer nur das getan, was mir gesagt wurde und wenn man mit etwas erzählte, so glaubte ich es auch. Genau deshalb glaubte ich auch, dass man alles erreichen kann, wenn man es nur wollte. Ich glaubte man könnte die vollkommene Zufriedenheit erlangen und wäre glücklich damit und deshalb zog ich los, um diese Zufriedenheit in mir zu finden. Ich ging immer weiter, durch Wälder, über Wiesen, über Straßen und durch unwegsames Gelände, aber egal wo ich hinkam, fühlte ich mich doch mit jedem Schritt, den ich weiter Richtung Norden tat freier. Mit der Zeit verschwanden die Berge aus der Umgebung und weite Graslandschaften mit vereinzelten Wäldern erstreckten sich weit vor mir. Hier in dieser verlassenen trostlosen Gegend war es so Ruhig, dass ich mir fast eingebildet hätte am Ende meiner Reise, am Ziel, am Happy End meiner Träume angelangt zu sein. Doch es musste hinter diesen Grasflächen weitergehen und das beunruhigte mich. Es musste noch schönere Orte geben. Vögel zwitscherten leise, fast den ganzen Tag und begleitet von dem beruhigendem Summen der Bienen ging ich weiter. Schritt für Schritt setzte ich wieder einen Fuß vor den anderen. Selbst an diesem friedfertigem Ort ging es mir erstaunlich schlecht. Ich war unzufrieden, da ich mir sicher war, dass dies nicht das Ende war und anstatt diese ganze Schönheit zu genießen beachtete ich sie kaum und ging einfach weiter, immer weiter. Ehrgeizig schaute ich immer nach vorne. Es konnte nicht mehr weit sein dun tatsächlich. Nach einigen Tagesmärschen erreichte ich die Küste. Ich setzte mich an den Strand und blieb stehen. Das erste mal seit langem genoss ich einfach nur den Moment. Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Die Seeluft roch wunderbar und eine leichte Brise umspielte mich und ließ mein Haar und meinem Mantel flattern. Ich schaute hinauf aufs Meer und war tief zufrieden mit mir. So stand ich eine ganze Weile dort einfach herum und war der festen Überzeugung, ich habe das wahre Glück gefunden. Zweifellos war es wunderbar, doch nach einigen Stunden kamen mir doch Zweifel. Ich dachte eine lange Zeit nach und mir wurde langsam, aber sicher klar, dass ein Mensch eigentlich nicht komplett Glücklich sein kann, denn wenn man alles hat was man begehrt, wofür lohnt es sich dann noch zu leben und zu kämpfen. Menschen wollen immer das, was sie nicht kriegen können, so ist es leider. Aber das Leben wäre auch eigentlich langweilig, wäre es nicht so. So stand ich nun am Meer und fühlte mich erleuchtete. Ich war an einem Punkt angelangt, wo man nicht mehr weiter kam. Ich war am Ziel und trotz der Freude machte sich in mir eine Unzufriedenheit breit. Man kann es Menschen nie Recht machen. Alles was man mir je gesagt hatte, hatte ich in diesem Augenblick widerlegt. Man konnte sein vollkommenes Glück nicht erreichen, es war unmöglich und selbst, wenn man immer vorwärts gehen sollte, so wäre es doch besser, wenn man ab und zu einen Blick zurück wirft, damit man bemerkt, dass der Weg sich hinter einem nicht auflöst und man jederzeit nur einen Schritt zurück machen muss um ihn zu finden. Denn das wenige Glück, dass Menschen teilweise erlangen können liegt nicht an einem bestimmten Ort, sondern ist überall zu finden. Man muss nur richtig suche. Als drehte ich mich um. Mein Blick war auf meine Füße gerichtet, die den ersten Schritt zurück taten. Ich schaute gerade aus und ich wusste, dies ist der Weg, den ich gehen muss. Schritt für Schritt und immer einen Fuß vor den anderen ging ich geradeaus meinen Weg und war mit mir und der Welt für einen kurzen Augenblick tatsächlich wieder ganz zufrieden, aber nur für einen kurzen Augenblick.

So, und hier jetzte eine kreative Videoarbeit zu dem gleichen Lied, zu dem ich die Kurzgeschichte geschrieben habe:

Meine Hausaufgaben!

Das Omlet

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